Schlicht und gemütlich, das ist der Hygge Stil, der seinen Ursprung in Skandinavien hat. Dazu gehört viel Holz, Rattan, Weiß, Grau, Schwarz und dekorative Accessoires. Jetzt wird er vom echten kalifornischen Urlaubsfeeling ergänzt und weiterentwickelt und es wird Scandifornia daraus, die Zusammensetzung von Scandi und California. Mit Kalifornien assoziieren wir blauen Himmel, breite Strände und ein ganz bestimmtes, entspanntes, cooles Lebensgefühl, vor allem durch Sehnsuchtsorte wie Los Angeles. Und das passt perfekt in die aktuelle Zeit, in der wir uns alle nach Frische und Leichtigkeit sehnen.

Einen richtigen Strahl-Effekt verleihen die sonnengelben Elemente: vom Topf, über den Schrank bis hin zu den Regalen der grauen Küche. Da denkt man gleich an einen schönen, sonnigen Tag. Von Küche & Co.
Inhaltsverzeichnis dieses Artikels
- So ist der Stil entstanden
- Das dekorative Ergebnis
- Die Materialien des Scandifornia Stils
- Die Farbwelt
- Tolle Kombi-Ideen
- Nachhaltigkeit vereint
- Pflanzen halten Einzug
So ist der Stil entstanden
Viele Kilometer trennen die amerikanische Westküste von Skandinavien. Dennoch harmonieren die beiden Lebensphilosophien optisch gut miteinander. Dabei trifft der kühle Minimalismus mit reichlich Gemütlichkeit aus dem Norden auf die Lässigkeit Kaliforniens. Inspiriert ist er von den rauen Landschaften der Westküste mit Sandstränden, Wäldern, Gebirgen und Wüstenlandschaften. Aber auch von der teilweise ähnlichen Natur, die sich in Skandinavien findet. Die Verbindung der beiden Lebensräume ist also naheliegend und ergibt einen neuen Stil, der zugleich zeitlos und ebenso zeitgemäß ist. Umgesetzt wird er, auch für die Küche, mit individuellen Vintage- und Boho-Elementen, viel Holz, sonnigen Farben und einer Portion Retro-Flair.

In dieser Küche überwiegt dann doch der Spirit von Kalifornien. Kräftige Nuancen, die Hingucker-Lampe, raffinierte Accessoires. Aber die skandinavischen Kleinigkeiten kann man nicht übersehen: Die Fronten von Superfront, die zurückhaltend sind in ihrer Linienführung. Auch die einfachen Stühle und die grafischen Bilder sind als Einzelstück betrachtet nordisch. Foto: Superfront | Karl Anderson
Das dekorative Ergebnis
Am Ende sollte der Raum, auch die Küche, so aussehen, als ob die Mischung ganz selbstverständlich ist. Das heißt, kein Look wirkt zu dominant oder steht im Vordergrund. Beide dürfen vielmehr homogen miteinander gemixt werden. Scandi ist geprägt von klaren Linien und Ordnung. Der kalifornische Stil mag es üppiger und sogar überladen. Die übersichtlichen Linien werden durch einen Hauch Shabby und einige unperfekte Elemente aufgelockert.

Der tolle Charakter kommt durch die hellblauen Fronten zum Ausdruck. Interessant ist die Rückwand in Metalloptik, die goldfarbenen Armaturen und die üppigen Sitzsessel. Das wunderschöne, schlichte Parkett ist von Parador.
Die Materialien des Scandifornia Stils
Den Look machen sonnige, natürliche Materialien aus. Das sind unter anderem Rattan, Holz, Keramik, Naturstein, Marmor und Leinen. Auch Bast und Kork sind dabei, genau wie Baumwolle und Fell-Optik. Die Werkstoffe gelten als ein Zeichen der Naturverbundenheit beider Landstriche.
Die Farbwelt
Zu den ruhigen Nuancen aus dem hellen Norden gehören Grau, Beige, Weiß und Schwarz. Dazu kommen ab sofort warme Erdtöne und knallige und pastellige Farben. So zum Beispiel das Gelb der kalifornische Sonne, Orange vom einzigartigen Abendhimmel, das Blau des Meeres oder das Grün der Wälder.
Tolle Kombi-Ideen
Boho-Elemente wirken oft quirlig und jung. Durch die Schlichtheit des Scandi-Stils werden sie ruhiger und kommen manchmal besser zur Geltung. Toll sind auch Felle oder flauschige Teppiche, die für Atmosphäre sorgen und puristische Möbel und Bodenbeläge auflockern. Eine reduzierte Anmutung kann manchmal zu kühl wirken. Im Zusammenspiel mit einem Vintage-Möbel, zum Beispiel antiken Stühlen oder einer Kommode mit Patina, erhält sie einen Charakter mit Wiedererkennungseffekt. Konkret kann das ein altes, buntes Gemälde im auffälligen Rahmen sein, das die Strenge durchbricht. Der kalifornische Stil steht ebenfalls für Freiheit, vielleicht gerade deshalb beinhaltet er Elemente, die auch draußen stehen könnten. Warum also nicht den pinkfarbenen Holz-Liegestuhl zum Ausruhen in den Essbereich stellen? So ein auffälliges Möbelstück ist garantiert ein Hingucker und gute Laune-Botschafter.
- Der Pastellton der Fronten sorgt für Fröhlichkeit und begeistert. Es finden sich einige weitere Elemente, die typisch sind für Scandifornia: Die Barhocker, die Küchenmaschine, Vase, Geschirr und Lampen.
- Das Gemälde hat zwar nicht die typisch kalifornischen Töne, doch es bringt auf jeden Fall eine neue Note in die dezente Küche mit den reduzierten Fronten und Regal-Elementen. Auch Boho-Körbe und die Lampen haben die neue Lässigkeit. „Ingarö“ Küche von Helsingö.
- Individualität zeigt sich in der Anmutung dieser Gestaltung. Das liegt an den Accessoires wie Vase und Schale, aber besonders am kleinen Wandkunstwerk aus alten Tellern. Küche in „Feather grey“ und „Natural oak“ aus der Kollektion „Ingarö“ von Helsingö.
- Bei der Küche „Frame“ von Reform Copenhagen überwiegt der Purismus. Nur durch das helle Blau zeigt sich der neue angesagte Look.
- Sehr minimalistisch sieht die Küche aus, die hauptsächlich vom Scandi-Stil bestimmt ist. Doch wer genauer hinsieht, bemerkt die etwas üppigeren Details wie die Marmor-Elemente, die Knauf-Griffe und die aufwändige Holzeinfassung.
- Die Design-Kanne „EM 77“ von Stelton ist typisch skandinavisch und stammt auch daher. Durch die Farbigkeit in „Dusty Blue“ bekommt sie eine lebendigere Note.
- Eigentlich sind die Fronten schlicht, das dunklere Holz ebenso. Die kleinen Fliesen, die Uhr und die Form der Armatur von Franke sind nur einige Beispiele, die die kalifornischen Einflüsse repräsentieren.
- Glatte Fronten, die durch die Beschläge und die Farbe eher amerikanisch beeinflusst werden. So oder so sind sie ein Hingucker, der gute Stimmung verbreitet. Geschirr und andere Accessoires sind von Broste Copenhagen.
- Erdige Nuancen fügen sich hier zu einem farbenfrohen, harmonischen Ganzen zusammen. Das Wandkunstwerk ist von Cedit. Nordisch ist die Küche dennoch durch die schlichten Fronten und die fehlenden Oberschränke.
Nachhaltigkeit vereint
Natürliche Materialien sind auch in Sachen Umweltfreundlichkeit eine super Wahl. Beide Stile haben hier einen gemeinsamen Nenner, denn sie sind geprägt von nachhaltig produzierten Werkstoffen und recycelbaren, bzw. recycelten Produkten. So schafft man ein hübsches Zuhause ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Das lässt sich noch nicht für alle Firmen wirklich bestätigen, aber inzwischen kann man eine schöne Küche mit dem Anspruch an Nachhaltigkeit gut verknüpfen.
Pflanzen halten Einzug
Zum Scandi-Trend passen Trockenblumen und Kränze und haben damit sogar einen großen DIY-Boom ausgelöst. Bei der neuen Kombi sind echte Pflanzen beliebt und sorgen für eine gute Luftqualität. Schön sind Palmen und Olivenbäume. Auch hängende Pflanzen sehen toll aus.

Pflanzen drücken eine gewisse Lässigkeit aus und passen ideal in die Küche. Das müssen nicht nur Kräuter sein, auch andere dekorative Grünpflanzen tragen zu einem guten Raumklima bei und sehen hübsch aus. Alles Bloomingville.