Alle reden über Klima- und Umweltschutz, über veganes Essen und faire Mode. Längst ist dieses Denken auch in der Küche und bei den Küchenherstellern angekommen. Eine nachhaltige Küche zeichnet sich nicht nur durch ihr umweltfreundliches, biologisch abbaubares und giftfreies Material aus. Alle Ebenen tragen dazu bei, auch das Design, die Planung plus Herstellung und sogar die Entsorgung. Nur wenn alle Aspekte erfüllt sind, handelt es sich wirklich um eine ökologische Küche. Bei der Herstellung ist es vor allem wichtig, dass der Wasser, Energie und Co2 Verbrauch gering ist. Außerdem sollten die Transportwege so kurz wie möglich sind.

Bei Rotpunkt Küchen bestehen die Spanplatten bis zu 90 Prozent aus Recyclingholz. Gearbeitet wird im Bereich Zuschnitt mit sehr effizienten Maschinen. So wird der Materialeinsatz und Materialverschnitt reduziert. Zusätzlich werden die Produkte klimaneutral gefertigt. Foto: Rotpunkt
Ob eine Küche nachhaltig ist, kann man an Prüfzeichen und Zertifikaten erkennen. Dazu gehören zum Beispiel „Der blaue Engel“, das „EU-Energielabel“, „Öko-Control“ oder „FSC“. Optisch unterscheiden sich diese Küchen kaum von herkömmlichen. Denn sie haben ein genauso zeitgemäßes Design und sehen frisch und stylish aus. Keineswegs wirken sie altbacken und langweilig. Eine nachhaltige Küche können Sie ganz nach Ihren eigenen Wünschen zusammenstellen lassen.

Beim Armaturenhersteller Gessi soll der ökologische Fußabdruck so gering wie möglich gehalten werden. Die Firma bezeichnet sich selbst als „total green“. Es wird ausschließlich mit eigenem Strom produziert. In Sachen Material werden zum Beispiel Messingstangen mit niedrigem Bleigehalt eingesetzt. Foto: Gessi
Ist Holz immer nachhaltig?
Holz ist der am meisten eingesetzte Rohstoff für Küchenmöbel. Prinzipiell ist er nachhaltig, denn es handelt sich um einen nachwachsenden Rohstoff. Aber es kommt darauf an, wo das Holz herkommt. Nicht ökologisch ist Tropenholz, dessen Abholzung die Regenwälder bedroht. Auch bei heimischen Hölzern sollte genau hingeschaut werden. Denn eine nachhaltige Forstwirtschaft ist ganz wichtig. Das heißt, dass dem Wald nur so viel Holz entnommen wird, wie wieder nachwachsen kann. Eine gute Möglichkeit ist es deshalb, die Küche beim Schreiner herstellen zu lassen, auch wenn das etwas teurer ist. Hier erfahren Sie genau, woher das Holz stammt und können sicher sein, dass alles vor Ort produziert wird. Außerdem wird die Küche nach Ihren individuellen Ideen exakt auf Maß gefertigt. Wenn Sie lieber im Handel kaufen wollen, schauen Sie auf die entsprechenden Gütesiegel. „FSC“ und „PEFC“ stehen für ressourcenschonende Produktion und nachhaltiges Holz.

Das Wohl von Natur und Mensch hat Team 7 im Blick. Unter anderem mit einem eigenen Wald, der nachhaltig bewirtschaftet wird, und eigenem Strom. Auch die standortnahe Verarbeitung sorgt bei Team 7 für die konsequente Umsetzung des ökologischen Gedankens. Foto: Team 7
Was ist sonst noch wichtig?
Achten Sie auch auf das richtige Drumherum in der Küche. Arbeiten Sie mit umweltbewussten Wandfarben. Bodenbelag und der Fliesenspiegel sollten ebenfalls ökologisch sein. Nachhaltige Textilien und Küchenutensilien runden das Konzept ab. Und selbstverständlich muss Müll möglichst vermieden werden.

Der österreichische Hersteller Walden arbeitet mit reinen Materialien, vor allem mit Holz. Zum Einsatz kommen Kernbuche, Eiche und Robinie. Auch Glas und Linoleum werden benutzt, ausschließlich aus fairen Rohstoffen produziert. Foto: Walden
Diese Hersteller setzen auf Nachhaltigkeit
Inzwischen sind es viele Hersteller, die ökologisch handeln. Manche nur in bestimmten Bereichen, manche produzieren komplett umweltbewusst. In diesem Artikel finden Sie einige Beispiele von Firmen und deren Konzepten in Sachen Nachhaltigkeit.

Der Spülenhersteller Schock setzt auf einen geschlossenen Recyclingkreislauf und schreibt sich auf die Fahne, die Dinge zu Ende zu denken. Wenn eine nachhaltige Spüle von Schock ausgetauscht wird, kann sie an das Unternehmen zurückgegeben werden. Sie wird dann bei der Produktion von neuen Spülen wiederverwendet und das ohne Qualitätsverlust. Das funktioniert schon länger mit Produktionsresten und soll ab 2021 auch für die Kunden umgesetzt werden. Foto: Schock

Ebenso arbeitet Nobilia nachhaltig. Auch beim Thema Treibhausgasemissionen. Das Unternehmen ist ein festes Mitglied des „Klimapakt für die Möbelindustrie“. Damit will es Verantwortung gegenüber der nachkommenden Generation übernehmen und den CO2-Fußabdruck reduzieren und vielleicht irgendwann neutralisieren. Foto: Nobilia